Babyzeichen – meine Erfahrungen

In diesem Beitrag möchte ich euch schildern, wie wir auf Babyzeichen gekommen sind, wie wir sie im Alltag einsetzen und vor allem, welche faszinierenden Erlebnisse wir dadurch hatten.

Erfahren habe ich von Babyzeichen auf Facebook, in einer der vielen Müttergruppen. Da ich das Thema spannend fand, sprach ich die Patentante meines Sohnes darauf an und wie der Zufall es so wollte, sie hatte tatsächlich ein Buch zu dem Thema, welches ich mir dann auslieh. "Das große Buch der Babyzeichen" erklärt die ersten Grundlagen, gibt Alltagstipps zu Spielen und beinhaltet Fotos von fast 300 Zeichen. Ich begann also meinem Sohn im Alter von etwa 6 Monaten die ersten Zeichen zu zeigen: Essen und Milch waren anfangs die wichtigsten.

Von März bis Mai, also als mein Sohn 8 bis 10 Monate alt war, haben wir einen Kurs von Zwergensprache besucht. Ich kannte ja bereits viele Zeichen, aber der Kurs war für mich noch mal eine Motivation, diese noch häufiger im Alltag zu nutzen. Außerdem lernten wir Lieder, die sich besonders für die Kommunikation mit Gebärden eigneten. Kein Wunder also, dass eines der ersten Zeichen, welches unser Sohn tatsächlich zeigte "Musik" war. Zeitgleich fing er an zu klatschen und zu winken, was bei vielen Kindern Gesten sind, die darauf hinweisen, dass sie beginnen die Babyzeichen zu nutzen.

 

"Das war lecker, ich möchte noch mehr davon"

 

Mit einem Jahr dann zeigte er das Zeichen für Milch, Essen, Musik, schlafen, wickeln, Vogel, nochmal/ noch mehr und Wasser. Vor allem an das Zeichen für Essen erinnere ich mich, da er eines Abends nicht schlafen wollte, ich ihn dann zu Papa in die Küche brachte und er "Essen" zeigte. Nachdem der kleine Mann sein Brot gegessen hatte, konnte er dann auch schlafen. Das Zeichen für "Musik" geht eigentlich ähnlich wie beim Dirigieren, doch unser Zwerg machte immer den Arm rauf und runter wie ein Hiphopper. Das ist auch heute mit 16 Monaten immer noch sein Zeichen für Musik.

Es kommt häufig vor, dass Kinder die Zeichen nicht 100%ig so machen, wie wir sie ihnen zeigen, aber wir nutzen dennoch immer das "richtige" Zeichen und ermutigen ihn natürlich trotzdem indem wir, wenn er das Zeichen zeigt, sagen "Ja, du hörst Musik". Für mich persönlich ist es ganz wichtig, immer auf die Zeichen zu reagieren und meinem Sohn zu sagen: "Ja, ich verstehe dich".

Mit 14 Monaten (und später) kamen die Zeichen für Telefon, Schlange, Krokodil, Biene, Ente, Frosch, Maus, Huhn, Giraffe, lecker, fertig, Boot, Mütze, Flugzeug, Zug, Zähne putzen und Dusche hinzu. Wie ihr seht, sind Tiere für ihn derzeit sehr interessant. Ich zeige zudem weitere Zeichen aus dem Alltag wie Licht an/aus, Stuhl, Fenster, Tür, Tisch, Regen, dann noch Zeichen zum Thema Spielen wie Rutsche, Wippe, Schaukel, Bauklötze, Ball, außerdem Kleidung und ein paar Fahrzeuge. So langsam fangen wir mit den Gegenteilen/Eigenschaften an, "heiß" ist eines der wichtigsten Zeichen dabei.

 

"Guck mal Mama, da ist eine Maus"

 

So, nun aber zu unseren Erlebnissen.
Das Zeichen "Huhn"
Beim Spaziergang kommen wir immer an Hühnern vorbei. Da ich meinen Sohn meist auf dem Rücken trage, hat er sich angewöhnt, das Zeichen für Huhn so zu machen, dass er mit den Fingern auf meine Schultern tippt. So kann man auch Gebärden nutzen, wenn man sich nicht direkt anguckt. In anderen Situationen, wo ich gerade nicht sehe, was er zeigt, macht er oft ein spezielles Geräusch, welches mir signalisiert, dass er etwas zeigt. Oft ist es "noch mehr / nochmal".

Das Zeichen "Telefon"
Als Miro einmal bei meinen Eltern war, sagte mein Vater danach: "Er hat sich immer die Hand ans Ohr gehalten. Ich habe das gegooglet, das heißt, dass er Ohrenschmerzen hat." Naja, bei uns heißt es Telefon. Da der Opa das Handy auf dem Tisch liegen hatte, passte es natürlich. Ein anderes mal lief bei uns das Lied, welches mein Mann als Handyklingelton hat und ratet mal, was unser Sohn gemacht hat. Er hat tatsächlich die Gebärde für "Telefon" genutzt. Wir waren total überrascht, dass er das erkannt hat. Dieses Erlebnis hätten wir so ohne Zeichen nicht gehabt.

Was soll ich malen?
Wenn unser Sohn malen darf, macht er entweder Tiergeräusche, damit wir genau diese Tiere malen oder er zeigt die Gebärden. Am liebsten mag er es, wenn ich ein Boot male. Spannend finde ich auch, dass er mir deutlich machen kann, wenn er erkennt, was ich male. Zum Beispiel habe ich einen Fisch gemalt und ihn gefragt, was es ist. Durch die Gebärden, unterstützt mit dem entsprechenden Laut konnte er mir antworten.

Missverständnisse
Neuerdings merke ich auch, dass Babyzeichen helfen, Missverständnisse zu vermeiden. Wenn ich z.B. "Mond" sage, macht unser Sohn den Mund auf. Um ihm zu verdeutlichen, was ich meine, zeige ich die Gebärde für "Mond". Ein anderes mal haben wir uns über das Skateboard unterhalten und unser Sohn zeigte "Boot". Auch hier haben wir gemerkt, dass er uns aufmerksam zuhört, aber fremde Wörter nicht versteht. Zwar weiß ich die Gebärde für Skateboard nicht, aber immerhin wusste ich, was er verstanden hat.

Ich hoffe, ich konnte euch zeigen, wie interessant die Kommunikation mit Babyzeichen sein kann.

Schaut doch mal unter  http://sotraegtman.de/termine nach meinen Workshops oder schreibt mich bei Interesse an. Gerne könnt ihr auch freitags zu meiner Spielgruppe kommen. Ich freue mich auf euch!

Für meine Kurse habe ich ganz viele tolle Ideen auf der Seite von Birgit gefunden: http://sprechende-haende.de

"fertig"