Wann eine Trageberatung machen?

Jede Schwangere kennt diverse Checklisten. Wann muss ich was erledigen? Was muss ich einkaufen? Was muss ich vorbereiten? Auf einigen Einkaufslisten steht inzwischen auch das Tragetuch bzw. die Tragehilfe, doch wann ist der richtige Moment für eine Trageberatung?

Vorweg: Es gibt nicht DEN richtigen Moment. So individuell wie das Tragen selbst ist, ist auch der Zeitpunkt für die Beratung. Dennoch möchte ich euch aus Erfahrungen ein paar Anregungen mitgeben.

Macht eine Beratung in der Schwangerschaft Sinn?
Auch das muss jede Frau für sich entscheiden. Es kann absolut hilfreich sein, wenn man sich in der Schwangerschaft schon die verschiedenen Systeme zeigen lässt. Die Trageberaterin kann Tücher und Tragehilfen, sowie verschiedene Bindeweisen vorführen. Allein das kann schon helfen, die Entscheidung etwas einzugrenzen. Auch wenn die Schwangere nicht unbedingt die Trage testen kann, da der Bauch im Weg ist, kann sie schon ein Gefühl dafür entwickeln, ob sie z.B. ein Tuch-, Halfbuckle- oder Fullbuckle-Typ ist. In dieser Beratung kann die Trageberaterin bereits einiges über die Theorie erklären, warum ist Tragen hilfreich, was hat es für Vorteile, was ist an den Gerüchten dran, worauf ist zu achten. Da die zukünftige Mama noch nicht vom Baby abgelenkt ist, kann sie sich voll auf das Gespräch konzentrieren und ihre Fragen loswerden. Sollten sich die Eltern wirklich sicher sein, dass sie z.B. gerne im Tuch tragen möchte, können sie bereits jetzt eins kaufen und es ab der Geburt nutzen. In einem zweiten Termin wird die entsprechende Bindeweise dann mit dem Baby geübt und perfektioniert, bzw. die Tragehilfe wird auf das Neugeborene und die Trageperson angepasst.

Wann nach der Geburt sollte die Trageberatung stattfinden?
Das ist eigentlich völlig egal. Aus meiner Erfahrung bietet sich ein Abstand von ca. 3 bis 8 Wochen nach der Geburt an. Die erste Zeit haben die Mütter genug um die Ohren, viel Besuch und sind eventuell auch noch gar nicht fit genug zum Tragen. Natürlich kann man ab der Geburt tragen, aber der Kreislauf der Mama sollte auf jeden Fall stabil sein. Wenn sich Mama und Baby in ihre neue Situation eingelebt haben, macht eine Beratung Sinn (vor allem wenn in der Schwangerschaft noch keine Beratung stattgefunden hat). Meist merken die Eltern selbst wann der Zeitpunkt gekommen ist, ab wann sie tragen wollen.

Wie sinnvoll ist eine Zweitberatung?
Das kommt auf die Situation an.
Haben sich die Eltern anfangs für ein elastisches Tuch (bis ca. 6kg) entschieden, macht eine Zweitberatung dann Sinn, wenn eine Umstellung auf ein gewebtes Tuch oder eine Tragehilfe stattfinden soll. Die Bindeweisen mit dem gewebten Tuch sind anders als mit dem elastischen und müssen daher geübt werden.
Auch der Neukauf einer Tragehilfe bietet sich für eine Zweitberatung an, denn jede Tragehilfe ist unterschiedlich und eine Trageberaterin kann Tipps geben, wie sie perfekt zu Kind und Trageperson passt.
Wenn das Kind wächst und nicht mehr perfekt in die Tragehilfe passt, kann eine Kurzberatung helfen, die Tragehilfe wieder auf die Größe des Kindes einzustellen. Die Trageberaterin kennt Tricks, wie sich das Rückenteil oder der Steg verlängern lassen, wenn das Kind aus der Trage herausgewachsen ist.
Wenn die Eltern das Gefühl haben, das Kind ist zu schwer (ca. 8 kg) für vorne geworden oder es möchte mehr sehen, kann die Trageberaterin Bindeweisen für Hüfte und Rücken zeigen. Vor allem für das Tragen auf dem Rücken, kann eine Beratung sehr hilfreich sein, da sich viele Eltern das nicht alleine zutrauen.

Abgesehen von einer Zweitberatung kann es auch ausreichen, der Beraterin Fotos zu schicken oder sie bei gezielten Fragen anzurufen/anzuschreiben. Das ist in der Regel kostenlos und ein praktischer Service für die Eltern. 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

* Die DSGVO-Checkbox ist ein Pflichtfeld.

*

I agree