EBW-Beitrag: Kleinkind tragen

In meinen Beratungen werde ich oft gefragt, wie lange man denn sein Kind tragen kann. Die einzig richtige Antwort dazu: Solange du und dein Kind wollen!

 

Viele Tragehilfen werden bis ca. 20kg empfohlen, Tragetücher sind so stabil, dass man damit sogar ein Auto abschleppen kann. Demnach steht einer langen Tragezeit technisch nichts im Wege.

Natürlich wollen die Kinder, sobald sie laufen können auch gerne auf ihren eigenen Füßen die Welt erkunden, dennoch werden auch sie irgendwann müde und können sich dann schön bei Mama oder Papa auf dem Rücken ausruhen. Ob die Eltern nun mit Tuch, Halfbuckle, Schnallentrage, Onbu oder wie auch immer tragen, das müssen sie für sich selbst rausfinden. Viele Tragehilfen gibt es in Toddler oder sogar Preschooler Größe. Da ist dann der Steg extra breit und das Rückenteil sehr lang.

Kleinkind auf der Hüfte

Für Kleinkinder, die immer mal wieder auf den Arm und dann wieder runter wollen, z.B. weil sie in einer neuen Umgebung sind und zwischendurch die Nähe der Eltern suchen, empfehle ich eine Hüfttrageweise. Hier eignet sich z.B. ein Ringsling. Diesen können die Eltern vorgebunden in die Tasche packen oder sich bereits umlegen und das Kind ist schnell ein- und wieder ausgebunden. Sehr praktisch sind auch Tuchbindeweisen wie der Hüftsitz oder das Hüftkänguru. Einige Tragehilfen, wie z.B. die Ruckeli Trage, kann man so zusammenrollen, dass sie einen Hüftsitz bilden. Schnell angelegt und sehr platzsparend ist ein Onbu, eine Schnallentragehilfe ohne Hüftgurt.

Kleinkind auf dem Rücken

Wenn das Kleinkind auf dem Rücken getragen werden soll, hat sich für uns eine Fullbuckle-Trage bewährt. Durch die Polsterung und die variable Einstellung anhand der Schnallen lässt sich eine solche Trage sehr gut an ein größeres Kind anpassen.

Ich persönlich mag die Führung von Tuchsträngen bei MeiTais auf dem Rücken getragen nicht, die Tuchstränge passen sich einfach nicht so gut meinen Schultern an oder der Hüftgurt ist mir nicht stabil genug. WrapCons haben dahingegen den Vorteil, dass die Tuchstränge auf den Schultern gefächert und ebenfalls über den Rücken/Po des Kindes ausgebreitet werden, sodass der Hüftgurt zusätzlich gestützt und das Gewicht das Kindes nur gering auf den Schultern liegt.

Eine sehr praktische Trageweise auf dem Rücken ist der Onbu, eine Schnallentrage ohne Hüftgurt. Sie nimmt wenig Platz weg und ist echt gemütlich. Dazu habe ich einen eigenen Beitrag verfasst: https://sotraegtman.de/der-onbu

Für die Tuchträgerinnen unter uns gibt es unzählige Varianten, das Kind sicher einzubinden. Sehr schnell zu binden ist der Einfache Rucksack. Für mich hat diese Trageweise den Vorteil, dass sie mit einem recht kurzen Tuch (für mich reichen 2,70m) gebunden werden kann. Das Tuch ist leicht und nimmt sehr wenig Platz weg, außerdem kommt es beim Binden kaum auf den Boden. Der Double Hammock ist eine weitere sehr bekannte Trageweise für den Rücken, sie wird oft als gemütlicher bei schwereren Kinden empfohlen, weil das Tuch das Gewicht mehr über den Oberkörper der Mama verteilt. Eine ganz besondere Trageweise ist noch das Kanga-Tuch, welches einfach um Kind und Mama einlagig gebunden wird, ganz ohne Belastung der Schultern. Mehr dazu hier: https://sotraegtman.de/safrika-kangatuch-erfahrungsbericht

Jeder wie er mag

Im Endeffekt gilt beim Tragen von Kleinkindern genau das, was beim Tragen von Babies auch gilt: Es muss für die tragende Person und de Tragling gemütlich sein. Das kann bei jedem Tragepaar komplett unterschiedlich ausfallen!

Hüftsitz Ruckeli

Ring Sling

Fullbuckletrage

Hüftschlinge

Onbu

Kanga

Lest hier weitere Beiträge zu EBW: https://sotraegtman.de/category/ebw