Limas – Erfahrungsbericht

"Jeder sollte eine Limas-Trage haben." So oder so ähnlich klingt es in vielen Facebookgruppen, egal ob unter Trageberaterinnen oder tragenden Eltern. Doch was macht die Limas-Trage so besonders? Das werde ich euch im Folgenden verraten. 

Doch zunächst einmal zum Hintergrund. Limas ist eine deutsche Firma. Der Name leitet sich von den Anfangsbuchstaben der Tochter der Herstellerin Lili Marie ab. Limas-Tragen werden in der Ukraine genäht. Die Limas ist eine Halfbuckle-Trage mit Schnallenhüftgurt. Sie besteht aus einem etwa rechteckigen Rückenteil aus Stoff, 2 ungepolsterten Trägern und einem leicht gepolsterten Hüftgurt, der sich mit einer Schnalle verschließen lässt. Das Tuch der Trage mit Kreuzköperwebung besteht aus 100% Bio-Baumwolle und hat ein Flächengewicht von 220 g/m2.

Das Rückenteil der Limas

 Wie bereits erwähnt ist das Rückenteil, wie man es von Mei Tais kennt, rechteckig geschnitten. An der oberen Kante ist eine Kapuze angenäht. Diese lässt sich an beiden Seiten in der Höhe raffen. Mit den Kordeln am Ende lässt sich die Kapuze an den Trägern befestigen. Die Nackenweite ist stufenlos mit Kordelstoppern verstellbar. Im unteren Bereich hat das Rückenteil zwei kleine Abnäher, die der Tragehilfe eine etwas rundere Form geben. Bei der Limas gibt es die Besonderheit, dass sich das Rückenteil verkürzen lässt, indem man es einmal um den Hüftgurt legt und dann mit 2 Bändern befestigt, die durch Schlaufen am unteren Teil des Rückenpaneels gezogen werden. Gekürzt ist das Rückenteil etwa 30cm lang, ausgeklappt 38cm. 

Die Träger

Die Träger sind wie man es von Wrap Conversions kennt am oberen Ende des Rückenteils gefaltet angenäht. Sie sind im oberen Bereich 14cm breit. So kann man sie weit über die Schulter und den Rücken fächern und so das Gewicht des Kindes sehr gut verteilen. Nach unten hin werden sie schmaler, damit man nicht so viel Stoff im Knoten hat. 

Der Hüftgurt

Die Länge des Hüftgurtes lässt sich bis 140cm einstellen. Die Schnalle ist unterpolstert. Eine Sicherheitsschlaufe verhindert unabsichtliches Öffnen. Der Hüftgurt ist gerade geschnitten, relativ weich und nur wenig gepolstert. Außerdem ist er in mehrere Segmente geteilt. Mittels Klett lässt sich der Steg stufenlos verstellen (von 20 – 42 cm). 

 Die Trage ist wendbar, d.h. man kann sie problemlos von beiden Seiten tragen und hat somit automatisch 2 Designs. Preislich liegt die Limas je nach Design etwa zwischen 119€-139€. Zusätzlich kann man einen Brustgurt extra kaufen (8,90€). Diesen kann man nutzen, wenn man das Kind auf dem Rücken trägt, um die Träger vor der Brust zu verbinden und so vor dem Rutschen zu schützen. 

Die Limas Trage wird schon ab Größe 50 empfohlen (laut Hersteller ca. 3kg bis 15kg). Durch die Verkürzung des Rückenteils und den eng einstellbaren Steg ist sie also besonders für kleine Kinder geeignet und vor allem auch von Beginn an.
Ich habe sie mit meiner Tragepuppe getestet. Wie man auf den Fotos sieht, passt die Trage sich sehr gut der kleinen Puppe an: Das Rückenteil geht bis auf Ohrenhöhe, das Kind verschwindet also nicht in der Trage, der Steg ist schön schmal und das Kind ist gleichmäßig gestützt. Es ist nichts locker.
Dadurch, dass das Rückenteil wie oben beschrieben verkürzt wird und nicht apron getragen wird (wie man es von anderen Mei Tais kennt), wird der Knoten auf dem Hüftgurt gemacht. Das ist sehr gemütlich, denn so ist der Knoten unterpolstert und nicht direkt auf Mamas Bauch. Dadurch, dass die Träger leicht schräg am Rückenteil befestigt sind, kann das Kind gut über diese schauen, wenn es etwas sehen möchte.

Ich habe mit der Tragepuppe außerdem die Bindeweise Wickelkreuztrage getestet. Die Tuchstränge werden dabei erst unter die Arme um den Körper gelegt und anschließend von hinten über die Schulter. Nun werden die Tuchstränge am Kind vorbei gegeben, unter dem Popo gekreuzt und anschließend unter den Beiden nach hinten gegeben und auf Mamas Rücken geknotet. Diese Trageweise finde ich sehr gemütlich mit ganz kleinen Babies. Diese sind dabei zusätzlich seitlich sehr gut gestützt, so wie man es beim Tragetuch ja auch kennt.

Mit der Tragepuppe auf dem Rücken habe ich beispielhaft zwei finishes getestet. Einmal habe ich die Tuchstränge vorne getwistet und so nach unten gegeben und beim anderen finish habe ich die Tuchenden von außen nach innen um die Träger gelegt um diese so vor dem Rutschen nach außen zu schützen (tibetanisches Finish). Dadurch dass die Träger nicht gepolstert sind, hat man sehr viele Möglichkeiten, diese bequem über seinen Körper verlaufen zu lassen. 

Bei meinem Toddler habe ich die Tuchstränge über seine Beine verlaufen lassen (Trageweise Hose), um den Hüftgurt zu stabilisieren. Als ich meinen 11kg Sohn die ersten Male auf dem Rücken trug, hatte ich das Probleme, dass der Hüftgurt umklappte. Da dieser sehr weich ist, kann das passieren, wenn der nicht fest genug sitzt. Ich habe mir also ein paar Tipps geholt und dann hat es super geklappt.
Also, wenn ihr das Problem auch habt, probiert folgendes:
1. Hüftgurt wirklich fest ziehen
2. Kind ÜBER den Hüftgurt setzen, nicht direkt darauf Dazu entweder den Hüftgurt tiefer setzen oder das Kind höher
3. Achtet darauf, dass ihr die Träger wirklich AUF/VOR dem Hüftgurt kreuzt, so stabilisieren diese den Hüftgurt und verhindern das Umknicken.

Das Rückenpaneel reicht bei seinen 83cm noch bis über die Schultern, wenn er die Arme in der Trage hat. Die Limas ist aber auch super super für Arme-raus Kinder. Der Steg reichte nicht mehr ganz, aber die Beine waren trotzdem ausreichend gestützt und die richtige Sitzhaltung gegeben. Ich persönlich finde die angegebenen 15kg des Herstellers ein wenig optimistisch, aber mit 11kg, also 1,5 Jahren passte die Trage noch wirklich gut.

Die Limas war für uns sehr praktisch im Tierpark. Zuerst trug ich meinen Sohn auf dem Rücken, später dann auf Hüfte und zwischendurch mal vor dem Bauch, je nach dem wie er gerade gucken wollte. Ich hatte die Trage die ganze Zeit locker umgebunden. Man merkt sie kaum, da sie sehr leicht ist. Das führt mich zu dem nächsten Punkt: Die Limas kann sehr klein verstaut werden, da sie größtenteils ungepolstert ist und der Hüftgurt sehr schmal ist. Leider liegt dem Paket kein Aufbewahrungsbeutel bei. 

Mein Fazit: Die Limas-Trage lässt sich sehr gut auf kleine Babies anpassen, ich würde sie ab Geburt empfehlen. Ich kann mir die Trage auch sehr gut zum Tandemtragen vorstellen. Für das Tragen von schwereren Kindern ist mir der Hüftgurt zu weich. Mich hat es anfangs wirklich gestört, dass dieser weggeknickt ist. Aus Erfahrung mögen es viele Tragende nicht, den Gurt so eng zu ziehen, zudem kann es schwierig sein, die Träger hinter dem Rücken genau so zu kreuzen, dass sie den Hüftgurt stabilisieren. Wer jedoch etwas Übung hat und weiß, wie man die Trage auch mit einem schweren Kind auf dem Rücken richtig anlegt, der kann sich nicht beschweren. Egal ob vor dem Bauch oder auf dem Rücken, die Träger sind sehr gemütlich und leiten das Gewicht gut ab. Das Tragen auf der Hüfte kann sehr praktisch sein und auch hier ist die Trage schnell angelegt. Ich kann auch die Limas auf jeden Fall empfehlen wenn ihr Trageanfänger seid. Die Nutzung ist absolut intuitiv und es gibt nicht zig Schnallen, die eingestellt werden müssen. Die Trage passt auch gut zu verschiedenen Tragenden.

Kurze Info zum Schluss: Inzwischen gibt es auch die Limas Plus mit einem festern Hüftgurt, teilgepolsterten Trägern und Schnallen zum Verkürzen des Rückenteils.